"Wandern als bewegtes Inne-Halten"

1)   Ahornfrau – Millstättersee

Ich lebte sieben Jahre lang in Millstatt. In dieser Zeit ging ich fast alle Wege der Region ab. Das Besondere an ihnen ist, dass man von jedem Blicke zum See hat. Die Landschaft rund um den Millstättersee imponiert primär durch ihren alpinen Charakter – er ist umgeben von verschieden hohen Bergen. Vom Wolfsbergrücken im Süden, über den Mirnock im Osten, der Millstätter Alpe im Norden bis hin zu den fast Dreitausendern der Reisseck- und der Kreuzeck-Gruppe – für jeden Wandertyp finden sich attraktive Touren.

Für mich ist diese Landschaft eine der schönsten, die ich kenne … Es gibt eine Vielzahl von wunderbaren Wanderstrecken. Ich will in Bezug auf die Geschichte eine empfehlen, die familiengerecht ist und ungefähr 1,5 h Gehzeit bedarf:Die Anreise erfolgt über die Millstätter Bundesstraße, durch das Ortszentrum vorbei am Rathausplatz nördlich hinauf Richtung Obermillstatt. Nach ein paar Kurven kommt man zum Kalvarienberg mit einem Friedhof. Davor ist ein Parkplatz.

Die Wanderung beginnt bei der uralten Linde neben der Kapelle. Durch das Gatter am südlichen Friedhofszaun gelangen sie zum Wanderweg (34). Nach einer Waldpassage aufwärts auf einem mit Natursteinen verstärkten uralten Weg gehen sie auf der Asphaltstraße durch den lieblichen Ort Kleindombra. Bei einem Trinkbrunnen zweigen sie rechts durch einen Bauernhof ab und folgen dem Wanderweg (34) – auch Fitnessweg) in den Wald hinein. Unterwegs haben sie immer wieder wunderbare Blicke hinunter zum See. Auch das Waldschloss Heroldeck (siehe Bild) werden sie unterhalb entdecken. Danach führt der Weg über eine breite Lichtung. Links am Wegesrand erhebt sich eine cirka acht Meter hohe Felswand mit Kletterhilfen (nur für angeseilte Kletterer!). Gehen sie daran vorbei und biegen sie danach einen Pfad nach links hinauf ab – er führt zu einer Sinnesstation (Thema Sehen) genau oberhalb des Felsens. Von hier können sie einen großartigen Blick hinunter auf den See werfen. – Im Buch nenne ich den Felsen „Liebesfelsen“, da er für mich der schönste und ruhigste Seeblick-Platz für Liebespärchen ist. Anschließend folgen sie wieder dem Wanderweg und gelangen nach einem Linksabbieger zum Zwergsee. Er ist reich an Fischen. Beim Gebäude mit Fischausstellung vorbei wandern sie hinauf zum romantisch gelegenen Klieberteich.

Einige hundert Meter weiter durch den Wald und an einem Feld entlang entdecken sie den dazugehörigen Bauernhof (Klieber), der im Besitz einer sehr netten Familie ist (-„Urlaub am Bauernhof“ empfehlenswert). Danach geht es wieder auf der Asphaltstraße durch Kleindombra retour zum Kalvarienberg.Mein Kulinarik-Tipp: Gasthof „Zur schönen Aussicht“ (Hohengaß-Öttern) in Richtung Schwaigerhütte)

Mein Urlaubstipp: Naturhotel Alpenrose in Obermillstatt

Ausflugstipps: „Buchtenwandern“ mit Gottlieb Strobl oder Mieten eines 100-jährigen Ruderbootes beim Bootsverleih Strobl – 50 m neben der Schiffsanlegestelle im Zentrum Millstatts; Sagamundo – Haus des Erzählens in Döbriach.

Infos: www.millstaettersee.com

2)    Bärensohn – Saissersee bei Velden

Als ich im Jahr 2011 meinen Wohnsitz nach Velden verlegte, erkundigte ich mich bei einheimischen Freunden über schöne Wanderrouten und besondere Natur-Plätze. Mehrmals fiel der Begriff Saissersee. Alle schwärmten von seiner idyllischen Lage mitten im Waldgebiet direkt oberhalb des Ortes Velden. An einem schönen Frühlingstag machte ich mich auf, um die Landschaft um den Saissersee zu erkunden. … Kurz gesagt: Ich war verzaubert.

Die Wanderung, die ich nun empfehle, ist eine 3-Seen-Halbtageswanderung mit wenigen Höhenmetern und daher auch für wandererfahrene Familien geeignet:

Zwischen dem Ortszentrum Veldens und dem Kreisverkehr mit der Auffahrt zur Autobahn (Velden-West) führt eine Abzweigung von der Bundesstraße nordwärts in Richtung Kranzelhofen. Ungefähr zweihundert Meter nach der Autobahnunterführung geht scharf nach links ein Abzweiger weg in Richtung Saisserach und Oberjeserz. Folgen sie der kurvenreichen Straße nach Saisserach; am Ende des Waldes ist rechts eine Einfahrt zum Saissersee und zum Gasthof Feidig. Neben dem Gasthof befindet sich ein Parkplatz. An seinem Ostende beginnt die Wanderung. Der Wanderweg 12 führt am Ufer des Sees entlang. Überqueren sie danach die Straße und folgen sie dem 12er Weg in Richtung Forstsee. Sie kommen nach einem asphaltierten Abschnitt durch die Siedlung Göriach zum Römerfelsen und zur Römerschlucht. Nun gehen sie am Römerweg weiter in Richtung Forstsee (1). Nach einem kurzen Aufstieg erreicht man eine Weggabelung – davor nördlich, ungefähr 20 Meter vom Weg entfernt liegt der mysteriöse Schalenstein. – Sie müssen ihn suchen – es gibt keinen Hinweis dafür.

Bei der Weggabelung geht es rechts auf dem Weg weiter. Forstsee-Tafeln weisen immer weiter - bis sie den See erreichen. Umrunden sie ihn. Auf der Nordseite – bei einem Zufluss – schlagen sie den Weg entlang des Bächleins zum Kleinsee ein. Anschließend führt der 14er Weg zurück an einem Bach entlang in Richtung Westen bis zur Straße. Überqueren sie diese und setzen sie die Wanderung an diesem Wanderweg (14) bis zum Saissersee fort. Badegelegenheiten finden sie sowohl beim Forstsee als auch beim Saissersee.

Mein Kulinarik-Tipp: Gasthof Feidig am Saissersee

Mein Ausflugstipp: Pyramidenkogel (sensationelle Aussicht vom Holzturm mit Rutsche)

Wenn sie „integrales Wandern“ kennenlernen wollen, empfehle ich ihnen die Anregungen auf meiner Internet-Seite www.herzwandern.at .